Hallo Zusammen, eine Frage an die Spezialisten: kann man den hinteren zweigeteilten Simmerring tauschen ohne die ganze Kurbelwelle abzusenken? Zwar ist bei der Motorüberholung damals alles gemacht worden, das ist inzwischen über 20 Jahre her, und so wirklich dicht ist der Tiger nicht, sprich er verliert schon Öl an der Stelle. So wie ich es verstanden habe, muss die hintere Kurbelwellenlagerschale abgebaut werden. Reicht das um die obere Hälfte des Dichtringes entfernen zu können und den neuen wieder einzusetzen, einzuschieben wäre wohl passender?
Bin dankbar für jede Info! Ansonsten ist die Winterschrauberei beim Tiger fast schon durch, die Saison kann kommen .
Guten Morgen, beim 2 geteilten Dichtring ist ein wechseln recht einfach möglich. Wie Du schon geschrieben hast, Lagerschale abbauen, den Halbring im Block rausschieben , darauf achten wohin die Dichtlippe zeigt und den neuen , gut eingeölten Ring einschieben. Das war es schon fast. Ich setze die Ringe immer leicht versetzt ein damit die Trennlinie nicht direkt mit der Dichtfläche der Lagerschalen in gleicher Lage ist. Als Ölwannendichtung empfehle ich die einteilige Silikondichtung von Fel Pro. Nicht vergessen : An den Ecken der vorderen und hinteren Lagerschale etwas Dichtmasse - ich nutze Dirko - einbringen. Gruß, Thomas
Hallo Thomas, herzlichen Dank, ich werde das in den nächsten Tagen angehen. Den Dichtungsstoß zu versetzen ist ein super Tipp, das werde ich auch so einbauen. Die Fel Pro Dichtungen sind wirklich gut, ich habe alle neuen Dichtungen an Motor davon. Die ooriginale dreiteilige Dichtung ist glaube ich schon konstruktiv undicht....
Carsten, bevor du den 2 teiligen Siri wechselst empfiehlt es sich noch mal genau zu schauen, wo der Ölverlust herkommt. Hatte auch immer Motorölverlust aus der Getriebeglocke, der sich letztlich aber als Undichtigkeit der Ansaugbrücke im hinteren Bereich herausgestellt hat. Dazu mit einer Taschenlampe den hinteren oberen Bereich der Glocke genau ableuchten. Findet sich dort Öl muss die Brücke neu abgedichtet werden. Dazu nicht die Korkstreifen aus den Dichtkits verwenden sondern eine dicke Raupe aus Silikon Dichtmasse aufbringen…
Hallo Bernd, danke für den Tipp. Das habe ich aber schon letztes Jahr geprüft, als ich wegen des Getriebeumbaues den Motor ausgebaut hatte. Spannenderweise ist deie Ansaugbrücke 100% dicht, während ich fast alle anderen Dichtungen ersetzen musste. Nur die Kopfdichtungen und die der Ansaugbrücke sind noch die alten. Was nicht so schön ist: nach Abbau der Lagerschale war der obere Dichtring nicht zu bewegen. Ernsthaft Gewalt wollte ich nicht anwenden, dann darf man die Kurbelwelle doch ausbauen, wenn man den Dichtring beschädigt. Das ist aber nur ein Teil des Problems, weil die Kurbelwelle im Anlagebereich der Wellendichtung Rillen hat, siehe Bild. Egal, ob das so gehört oder nicht, ein jeder Dichtring wird da nicht lange dicht sein, weil die Riefen die Dichtlippe verschleißen. Die Riefen sehen industriell gefertigt aus, ich gehe davon aus, das Ford die so in die Kurbelwelle gesetzt hat. Der Gedanke dahinter erschließt sich mir nicht, kann sein das es eine Art Ölrückführung darstellen soll, wie manche 50er Jahre Autos mit Filzdichtungen es hatten. Ich bin gespannt, wieviel besser der Ölverlust mit dem neuen unteren Dichtring wird. Sieht das bei Euren Motoren auch so aus?
Hallo Dietmar, danke für den coolen Tipp, was es nicht alles gibt! Ich kannte das nicht. Zur Zeit stehen dem Éinbau allerdings die Schwungscheibe und die Kupplung und das Getriebe im Weg......sprich der Motor muss raus. Ich bin gespannt, wie gut das mit dem neuen Simmerring-Unterteil funktioniert. Wenn der Motor so viel Öl verliert wie Ende letzter Saison, dann ist nächsten Winter der Motor draussen, eventuell auch schon früher. Wenn es einigermaßen dicht ist, dann werde ich halt ab und an die Dichtuing wechseln, so viel Aufwand ist das nicht. In ein paar Wochen weiß ich mehr.
Hier ein kleines Update.....nachdem der Tiger leider doch relativ viel Öl verlor am ersten Tag der Saison, habe ich den Motor gleich noch einmal aufgemacht, so ging das nicht. Der Ölflech nach der ersten kurzen Fahrt war handtellergroß. Und ja, der Simmerring lässt sich gut tauschen, man muss nur beherzter zur Sache gehen als ich beim ersten Mal. Der obere Teil des Ringes war doch recht fest, aber mit einem Durchschlag und einigen Hammerschlägen löste er sich doch. Der massive Stahlkern im Dichtring macht es möglich. Die Dichtlippe war von den Ölrückführungsnuten fast komplett abgeschliffen, kein Wunder also, warum es da heraus sabberte. Nachdem die beiden Halbschalen eingesetzt sind, und ich diesmal auch ein wenig Dichtmasse an die wohl richtigen Stellen aufgebracht habe, ist der Tiger öldicht, hurra! Ich bin gespannt, wie lange die Dichtringe halten, die alten hatten etwa 27.000 km runter in 25 Jahren..... 23.000 km von mit in den letzten fünf Jahren, und ehrlich, ganz dicht war das Ding bisher nie. Damit kann die Saison kann kommen, auch wenn der Sprit etwas teuer ist.....aber was macht glücklicher beim Fahren als ein handgeschalteter V8, also was solls!